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About Markus Holenstein

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Kopf hoch

Die Zeit dreht sich weiter und die Welt vergeht… oder war es umgekehrt?
Mit jedem Tag wird es ein wenig… normaler, keine Meerschweinchen mehr zu haben, die morgens darauf warten, besucht und mit frischem Heu und Wasser versorgt zu werden oder -sofern das Wetter schön genug ist, um die Haustüre offen zu lassen und ein wenig draussen zu sein- zum Grasen auf die Weide gelassen zu werden. Ja, normaler wird es… aber richtig fühlt es sich nicht an, so möchte ich es eigentlich nicht haben, so tot und mickrig. Der Garten kommt mir kleiner vor. Und unnützer, was irgendwie paradox ist, denn die Kinder nutzen ihn genauso wie vorher und könnten ohne Meerschweinchen-Bereich ja sogar mehr Platz für sich beanspruchen, vielleicht sogar eine Schaukel aufstellen (der grosse Wunsch meiner beiden Kleinsten).
Trotzdem. Es bleibt immer ein Rest Traurigkeit an allem hängen. Im Alltag und vor allem nachts; jedes Mal, wenn ich erwache (was öfters vorkommt), muss ich sofort an die Meerschweinchen denken, an das, was passiert ist, und vor allem an das, was nicht mehr geschehen darf, wenn wir nochmals einen letzten Versuch wagen, mit einer neuen Herde. Mein Mann hatte einen neuen, grossen Stall für unsere letzten Tiere gebaut. Er wurde haargenau am Vorabend ihres Todes fertig, bereit, am nächsten Tag eingeweiht und bezogen zu werden. Das kam mir zuerst sehr tragisch vor, doch dann wurde mir klar, dass dieses Timing im Grunde doch eine Gnade war; Nicht auszudenken, wenn der Fuchs in den neuen Stall eingebrochen wäre… Und das hätte vielleicht sein können, so wie der Stall ursprünglich gebaut war, normal sicher, kein Hochsicherheits-Trakt, wie er hier offenbar notwendig ist. So bin ich einfach froh und dankbar, dass Herr Kirschkernzeit, der wirklich sehr an den kleinen Mümmlern gehangen hat, sich nicht auch noch mit Selbstvorwürfen herumquälen muss… Und in der Zwischenzeit wurde auf Hochtouren in Sachen Sicherheitsvorkehrungen weiter gearbeitet. Dieser neue Stall muss einfach bombensicher werden. So quasi Alcatraz. Gebt dem Fuchs keine Chance!
Die Frage kam auf, wieso wir die Tiere nicht einfach nachts in Haus holen, und das erscheint mir auch sehr plausibel und durchaus naheliegend. Die Sache ist aber die, dass die kühleren Phasen im Jahr hier ein Problem darstellen. Meerschweinchen vertragen es gar nicht gut, nach einem Tag draussen in der Kälte abends hinein ins warme Haus verfrachtet zu werden. Oder am nächsten Morgen dann umgekehrt. Sowas kann sie wirklich ernsthaft krank werden lassen und wir würden ihnen keinen Gefallen tun damit, sondern nur neue Gefahren schaffen. Und gegen eine reine Innenhaltung sträubt sich einfach alles in mir. Ich habe den Unterschied im Verhalten der Tiere gesehen und mir kam es so vor, als würden sie erst draussen so richtig zum Leben erwachen, regelrecht aufblühen, während sie  drinnen nur irgendwie so dahin dämmerten und ihre Zeit absassen. (Allerdings gibt es ja Leute, die ihren Schützlingen ein sehr schönes Leben im Haus einrichten, ich will hier also auf keinen Fall pauschal für alle Meerschweinchenhalter sprechen)
Alles in allem muss hier noch ein bisschen weiter an Gitterschutz-Schichten, vernagelten Holzwänden und verbarrikardierbaren Durchgängen getüftelt werden, aber es ist viel Aufschwung entstanden in den letzten Tagen, viel Energie, angetrieben von einer Art Trotz, der uns hilft, wieder nach vorn zu blicken und dem Ganzen nochmals eine Chance zu geben. Wir haben auch bereits mit zwei Meerschweinchen-Züchterinnen Kontakt aufgenommen, die Dinge nehmen also ihren Lauf und Gestalt an, und das ist ein gutes Gefühl. Den Kopf nicht in den Sand stecken. Nicht machtlos sein und tatenlos (ein für mich ganz bekanntes Gefühl). Sondern aktiv etwas tun können, um Neues und Gutes zu schaffen und aus einer Situation das Beste zu machen…

Und dann sind da ja auch diese kleinen Wunder des Alltages. Der Holunder, der in diesem Jahr so üppig blüht wie noch gar nie in den letzten 10 Jahren. Meine über 90 Jahre alte Nachbarin meinte gestern sogar, er sei tatsächlich so schön wie noch nie. Ich habe vor dem grossen Regen ein wenig seiner Blüten einsammeln können, allerdings nicht sonderlich viel, weil der Grossteil seiner Dolden für mich zu weit oben hängt, aber für eine Dose getrocknete Teeblüten hat es gerade knapp gereicht. In einer grossen Schüssel zieht zudem ein Büschel Blüten für den Holundersirup, den mein Mann immer macht, eine seiner kleinen Traditionen, wie das Johannisbeergelee im Sommer oder die Torte, die er immer für mich zum Geburtstag backt.
Ich stricke tapfer weiter an der tiefblauen Wolljacke meines Kindergartenkindes (Der erste Ärmel ist bald fertig!) und habe neulich ganz spontan ein neues Patchworkprojekt in Angriff genommen, ein simpler, nicht allzu grosser Quilt für die Kinder, den sie mit nach draussen nehmen können, wenn sie im Garten mit ihren Kuscheltieren spielen (im Haus würde er farbschematisch sowieso in kein Zimmer passen). Ich konnte ein lila Kleidchen fertig machen, das ich vor einem Jahr begonnen habe und beinahe aufgegeben hätte, weil das mit dem Ganz-und-gar-von-Hand-Nähen mir plötzlich unsinnig zeitaufwändig vorkam… Aber nun ist es vollbracht und ich bin ziemlich zufrieden damit, ein Punkt auf meiner niemals endenden To-do-Liste weniger, ein kleiner Erfolg mehr, der gefeiert werden darf (ja, das sollten wir wohl öfters tun, alle Erfolge gebührend feiern). Und die süssen Häkellappen neben einem rosa Stoffvögelchen oben in der Bilderreihe? Mit ihnen hat mir die überaus sympathische Frau Melonengrün eine ganz grosse Freude gemacht! Ich bin Stricklappen-Benutzerin aus Leidenschaft und freue mich unglaublich über dieses zauberhafte, pastellfarbene Set. Ich deklariere sie zu Fingerputztüchlein für die jüngeren Kinder bei Tisch, das ist effektiver als nur Servietten und hygnienischer als wenn sie den normalen Wischlappen von der Spühle nehmen *hüstel*. Vor allem aber finde ich es einfach nur hübsch. Kleine Schönheiten, die aufmuntern und erden. Und das niedliche rosa Vögelchen hängt nun am Schlüssel unseres alten Geschirrschrankes, wo es mich daran erinnert, nach vorn zu schauen, nicht im Vergangenen hängen zu bleiben, und mich an dem zu freuen, was mir heute an Gutem und Liebenswertem begegnet.

2018-05-26T00:18:53+00:00 26. Mai 2018|Allgemein|0 Comments

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Ein erster Versuch. Tannenspitzen-Tinktur mit Thymian gegen Erkältungsattacken, vor allem aber weil ich mal sehen wollte, wie sowas geht und schmeckt. Tee gab’s auch schon daraus und sogar eine Kostprobe direkt von der Tanne in den Mund (was ziemlich schlimm war).
Zuerst musste ich mich aber schlau machen, wie denn die Unterschiede genau aussehen zwischen Tanne, Fichte und Eibe: Eiben sind nämlich in allen Teilen giftige Pflanzen und ich möchte ja Heilmittel herstellen, keine Giftcocktails…

PS. Ich plane diese Woche eine kleine Auszeit vom Netz und all seinen Begleiterscheinungen und werde deshalb wohl nicht allzu oft hier auftauchen. Der eine oder andere Like-Insta-Post könnte aber schon drin liegen…

Ein erster Versuch. Tannenspitzen-Tinktur mit Thymian gegen Erkältungsattacken, vor allem aber weil ich mal sehen wollte, wie sowas geht und schmeckt. Tee gab’s auch schon daraus und sogar eine Kostprobe direkt von der Tanne in den Mund (was ziemlich schlimm war).
Zuerst musste ich mich aber schlau machen, wie denn die Unterschiede genau aussehen zwischen Tanne, Fichte und Eibe: Eiben sind nämlich in allen Teilen giftige Pflanzen und ich möchte ja Heilmittel herstellen, keine Giftcocktails…

PS. Ich plane diese Woche eine kleine Auszeit vom Netz und all seinen Begleiterscheinungen und werde deshalb wohl nicht allzu oft hier auftauchen. Der eine oder andere Like-Insta-Post könnte aber schon drin liegen…

Ein bisschen erschrocken bin ich, als ich plötzlich Dutzende von braunen Pilzen mit rubbeligen Mützen im Garten aus dem Boden schiessen sah. Überall stachen ihre Köpfe wie Speerspitzchen aus dem Boden. Überall wo Herr Kirschkernzeit letzten Herbst Rindenmulch verteilt hatte.
Ich hatte eine leise Ahnung, welche Art von Pilzen es sein könnte, fand sie aber eher unheimlich, diese sonderbare Anhäufung und setzte sofort ein Pflück- und Probierverbot. Für alle Fälle.
Dabei: nach einer Inspektion der Pilz-Kontrolleurin wissen wir (diesmal mit Sicherheit) was hier wuchert. Echte Morcheln. Gross und dick und dicht gedrängt. (Und zudem gut bewohnt von Asseln und anderem Gekriech, nebenbei bemerkt. Das nennt sich dann, glaub’s, Bio, oder?)

Meine Mama erntet jetzt immer mal wieder ein paar Pilze, reinigt sie lange und sorgfältig und trocknet sie zu kleingeschrumpften Häufchen. Mir wäre dieser Aufwand zu viel. Ihr macht es Freude.
Und irgendwann dann gibt es wohl Bandnudeln und feines Fleisch an Morchelsauce. Letzteres aus eigenem, Anbau. Wenn auch zufällig.
Ich bin noch immer ganz verwundert.

2018-05-26T00:03:20+00:00 25. Mai 2018|Allgemein|0 Comments

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Das Foto oben passt jetzt eigentlich so gar nicht, aber ich mag nicht nach draussen gehen und unseren Stall wirklich fotografieren und der Titel sagt jetzt ja auch schon alles: Er war wieder da, der Fuchs, hat unser gut gesichertes Gehege regelrecht aufgebrochen und alle unsere Meerschweinchen mitgenommen. Schon wieder. Die ganze, neue, süsse, kleine Herde. Die Babies waren noch nicht geboren. Strubbeli nach der zweifachen Kastration glücklich, endlich wieder ein normales Leben mit seinen Damen zu führen. Die Gruppe harmonisch und zufrieden nach den vielen Wechseln in ihren kurzen Leben.
Ich weiss nicht… es fühlte sich alles so richtig an, jetzt mit dem grünenden Garten und den lebhaften, immer zahmer werdenden Tieren. Es war so eine Freude.
Und wir haben uns ehrlich Mühe gegeben. Zweifache Verriegelung. Gitterböden unter allen Gehegebereichen (mit Erde darüber). Wir haben sie sogar nur noch raus in die Wiese gelassen, wenn wir auch draussen waren, zur Sicherheit. Und jedes Mal, wenn wir Feierabend machten, wurden die Türchen sorgfältig geschlossen. Auch dieses letzte Mal. Ich ging nachts um zehn sogar nochmals extra Nachprüfen, weil ich ein verdächtiges Geräusch gehört hatte, fand alles prima verschlossen und die Meerschweichen ganz entspannt in ihren Kuhlen vor und legte noch eine Wolldecke darüber. Ich dachte, hier seien sie sicher. Aber der Fuchs hat so lange am oberen Gittertürchen herumgenagt, bis er es irgendwie mit den Zähnen fassen konnte und dann muss er gezogen und gezerrt haben wie ein Wilder, so stark, dass irgendwann das ganze Türchen schräg in der Angel hing und aus der oberen Extra-Verriegelung herausrutschte (die nach wir vor hielt). Das Holz war richtig klatschnass vom Speichel, völlig durchtränkt und dunkel und ganz zerbissen. Wahnsinn. Ich habe echt überlegt, ob da nicht ein Wolf am Werk war, denn die Gewaltanwendung ist schon beeindruckend und verstörend…
Ja, und jetzt weiss ich nicht mehr, was ich sagen soll.
Es ist traurig, einfach nur todtraurig. Ein Schlag. Keine Ahnung, wie es nun weitergeht. Ich weiss es wirklich noch nicht.

Nachtrag: Ich habe gerade über die schrecklichen News über die Schulhausmorde in Texas gelesen und bin schockiert über diese Grauen und dieses Leid, das für viele, für Freude, Geschwister, Eltern, Grosseltern… in gewisser Weise noch ein Leben lang anhalten wird. Mein Herz weint mit ihnen. Füchse essen, weil sie hungrig sind und es ihr Job ist, Futter für ihr eigenes Überleben und das ihrer ihrer Familie zu beschaffen. Dass Menschen Menschen töten kommt mit krank vor und wie ein gähnender Abgrund, in den man nicht blicken kann, ohne sich hilflos und mutlos und bodenlos traurig zu fühlen…

2018-05-25T23:08:27+00:00 25. Mai 2018|Allgemein|0 Comments